Mundhygiene in der Altenpflege

Die Mundhygiene älterer Menschen ist neben der Körper- und Intimhygiene der wichtigste Aspekt der Pflege bei der Arbeit der Pflegekräfte. Der Grad der Beteiligung an der Pflege hängt von der Fitness der älteren Person ab – wenn die ältere Person pflegebedürftig und behindert ist, liegt die Verantwortung für die richtige Mundhygiene bei der pflegenden Person oder Familienmitgliedern. Bei selbständigen Personen kann es ausreichend sein, die ordnungsgemäße Ausführung dieser Tätigkeit zu überwachen.

Immer mehr ältere Menschen in Deutschland haben technisch aufwendige Prothesen oder Implantate. Forschungen zeigen, dass in der Altersgruppe der 75- bis 100-Jährigen die Mundgesundheit in Fällen, in denen ältere Menschen pflegebedürftig sind, deutlich schlechter ist. Ältere Menschen, die pflegebedürftig sind, benötigen Hilfe bei der Pflege von Zähnen, Mundhöhle und Zahnersatz. Auch in der Mundhöhlenpflege älterer Menschen ist die Vorbeugung von großer Bedeutung. Dank ihr ist es möglich, einen guten Zustand der Mundhöhle länger aufrechtzuerhalten. Die Praxis zeigt jedoch, dass das Wissen über die richtige Mundpflege bei Altenpflege noch unzureichend ist. Dies zeigt sich sowohl bei qualifizierten Pflegerinnen als auch bei Familienmitgliedern. Spätere Studien zeigen, dass bis zur Hälfte der pflegebedürftigen älteren Menschen Karies haben und wieder mehr als die Hälfte einen Belag auf der Zunge hat.

Die Folge dieses Zustands sind Mundgeruch, Zähneknirschen, Schmerzen und oft führen Zahnprobleme zu einer allgemeinen Verschlechterung des psychischen Zustands eines älteren Menschen. Darüber hinaus hat eine schlechte Mundgesundheit Auswirkungen auf allgemeine Krankheiten wie Lungenentzündung, Diabetes, Arthritis und Gefäßerkrankungen. Immer mehr Studien zeigen auch Zusammenhänge zwischen schlechter Mundgesundheit und Knochenbrüchigkeit. Die Teilnahme am Leben ist damit in vielerlei Hinsicht eingeschränkt und der Alltag der Pflegerinnen wird zusätzlich durch den Pflegebedarf auch in anderen Lebensbereichen älterer Menschen belastet. Daher hat die Mundhygiene älterer Menschen einen direkten Einfluss auf ihre Effizienz und Funktionsfähigkeit. Ziel der zahnärztlichen Vorbeugung im Lebensherbst muss es daher sein, Fachkräfte und Angehörige für die Problematik zu sensibilisieren und ihnen die Kompetenz zur bedarfsgerechten Betreuung von Patienten zu vermitteln. Sie sind für die Umsetzung des richtigen Mundpflegesystems bei älteren Menschen verantwortlich.

Mundpflege in der häuslichen Pflege

Wenn es um die Mundpflege älterer Menschen geht, ist weniger besser. Aus Hygienegründen sollten wir so wenig Substanzen wie möglich verwenden, die bei Senioren allergische Reaktionen und Reizungen im Mund hervorrufen könnten. Der eigentliche Prozess der Mundpflege einer älteren Person sollte in der richtigen Position erfolgen. Wichtig ist auch, dass der Senior dem Prozess selbst gegenüber eine positive Einstellung hat – dadurch läuft die Zusammenarbeit reibungslos. Ist ein Ausspülen nicht möglich, helfen Mundspülkompressen. In Fällen, in denen die Mundhygiene von professionellen Pflegekräften oder pflegenden Angehörigen durchgeführt wird, müssen diese auf die richtige Rückenhaltung ihrer Schützlinge achten.

Man sollte daran denken, dass die Mundhygiene bei einer selbständigen älteren Person anders aussieht als bei einer mobilitätseingeschränkten. Bei einer selbständigen Person benötigen wir:

  • Zahnbürsten
  • Zahnpasten,
  • Handtuch,
  • Becher mit Wasser oder Mundwasser
  • ein flaches Gefäß.

Alle Gegenstände sollten griffbereit sein, zum Beispiel auf einem Nachttisch oder Stuhl. Man sollte darauf achten, die Hände zu waschen und Einweghandschuhe zu tragen, bevor man Hygienemaßnahmen durchführt. Um die Kleidung des Schützlings zu schützen, sollte man ein Handtuch oder eine Einwegunterlage unter das Kinn legen. Dann tragen wir etwas Zahnpasta auf die Zahnbürste auf und geben sie dem Schützling (sofern er sich selbst die Zähne putzen kann) oder machen das für ihn. Nach dem Bürsten sollte man eine Schüssel unter das Kinn geben und einen Becher mit Wasser, um den Mund auszuspülen. Man hebt während dieser Aktivität den Kopf des Schützlings leicht an. Den letzten Schritt stellt das Abwischen des Mundes dar. Aufgrund von Speichelsekretionsstörungen, Medikamenteneinnahme und vermindertem Durstgefühl können wir sehr oft eine typische Mundtrockenheit beobachten. In diesem Fall muss die Mundschleimhaut zusätzlich angefeuchtet werden. Dazu kann man eine Leinsamen- oder Minzspülung verwenden. Mundtrockenheit kann auch reduziert werden, indem man dem Schützling Eiswürfel oder kalte Ananas zum Saugen gibt.

Bei älteren Menschen, die nicht selbstständig sind, wird die Mundhygiene etwas anders sein, und dazu benötigen wir:

  • Wattestäbchen für Säuglinge und Kleinkinder,
  • Zahnbürsten
  • Zahnpasten,
  • Handtuch,
  • Becher mit Wasser oder Mundwasser
  • ein flaches Gefäß.

Vor Beginn der Aktivitäten sollten wir dem Schützling zunächst erklären, was wir vorhaben. Dann müssen wir uns gründlich die Hände waschen und Einweghandschuhe anziehen. Man sollte daran denken, den Schützling in eine halbsitzende Position zu bringen, und wenn dies nicht möglich ist – auf die Seite. Dadurch vermeiden wir ein Ersticken an der Paste oder dem Mundwasser. Der nächste Schritt besteht darin, ein Handtuch oder ein Einweglätzchen unter das Kinn zu legen. Wenn wir gut vorbereitet sind, bitten wir den Schützling, den Mund zu öffnen. Dann reinigen wir mit einem Stäbchen und einer Bürste sanft den Mund, wobei darauf geachtet werden sollte, dass das Zahnfleisch und die Zähne nicht gereizt werden.

Die Mundhygiene in der Altenpflege bei nicht selbständigen Personen mit Zahnersatz sieht noch anders aus. Wenn eine ältere Person selbstständig ist, ist die Sache einfach – sie kann die Prothese selbst reinigen. Bei einer erheblichen Abhängigkeit lohnt es sich jedoch, auf die Hygiene der älteren Menschen zu achten und ihnen bei der Pflege zu helfen.

Am besten nimmt man zunächst den Zahnersatz heraus und wäscht ihn gründlich mit einer Zahnbürste und Zahnpasta ab. Dann sollte man die Prothese unter fließendem Wasser abspülen und eine Schüssel oder ein flaches Gefäß unter das Kinn legen, in der wir die Flüssigkeit mit Wasser mischen, damit die ältere Person den Mund darin ausspülen kann. Wir nehmen die Prothese heraus und reinigen sie gründlich mit einer Zahnbürste und Zahnpasta. Anschließend spülen wir sie unter fließendem Wasser ab. Wir stellen eine Schüssel oder ein flaches Gefäß unter das Kinn des Schützlings und geben ihm Flüssigkeit, damit er den Mund ausspülen kann. Wir wischen im nächsten Schritt sanft über den Mund des Schützlings und tragen einen schützenden Lippenstift oder Vaseline auf. Zum Schluss setzen wir die Prothese auf. Wenn keine gesundheitlichen Gegensprüche vorliegen, können wir eine Prothesencreme verwenden. Dann ist man sicher, dass die Prothese fest sitzt. Man sollte daran denken, dass Zahnersatz ein zusätzlicher Faktor ist, der die Mundschleimhaut reizt. Verlässt der Senior das Haus nicht, darf die Pflegeperson den Zahnersatz nur vor den Mahlzeiten anlegen. In der Zwischenzeit kann die Prothese in einem Becher Wasser oder mit Prothesenreiniger aufbewahrt werden.

Anleitung und Tipps: Mundpflege für Pflegebedürftige

Die Mundhygiene bei der Altenpflege ist eigentlich eine Ansammlung sich wiederholender Tätigkeiten. Man sollte deshalb einige wichtige Tipps und Anweisungen wissen, die uns helfen, diesen Prozess zu automatisieren und zu beschleunigen.

Erstens – Reinigung. Die Zähne unserer Schützlinge sollten zweimal täglich gereinigt werden, wobei an die Zahnzwischenräume nicht vergessen werden dürfen. Es lohnt sich, auf Verletzungen im Mund sowie auf Plaque auf der Zunge zu achten. Gleiches gilt für Zahnersatz, der nach allen Mahlzeiten gereinigt werden sollte.

Pflegeprodukte – Man sollte hauptsächlich milde Zahnpasta, die die Schleimhäute nicht reizt und weiche Zahnbürsten verwenden. Dadurch vermeiden wir das Risiko, das Zahnfleisch zu beschädigen. Wir sollten auch daran denken, die Zahnbürste unserer Schützlinge regelmäßig auszutauschen. Es wird empfohlen, sie alle zwei Monate oder unmittelbar nach einer Infektion oder Erkältung zu ersetzen.

Flüssigkeitszufuhr – Die Aufgabe der Pflegekräfte älterer Menschen besteht auch darin, für einen ordnungsgemäßen Speichelfluss zu sorgen. Wir können diesen Prozess zunächst beeinflussen, indem wir darauf achten, dass der Senior ausreichend Flüssigkeit und keine zuckergesättigten Lebensmittel zu sich nimmt.

Mundspülung, Mundausspülung bei älteren Menschen ist besonders zur Vorbeugung von entzündlichen Erkrankungen wichtig. Man sollte daran denken, dass Tees zum Ausspülen des Mundes wie Ringelblume, Salbei oder Thymian perfekt für das tägliche Ritual der Mundspülung sowie bei sanften Infektionen geeignet sind. Vorsicht ist jedoch bei braunem Tee geboten, der entzündungshemmende Eigenschaften hat, bei übermäßiger Anwendung jedoch die Mundschleimhaut austrocknen kann.

Wir sollten auch daran denken, dass es bei der Altenpflege unser Hauptziel sein sollte, Senioren zur Aktivität zu ermutigen und sie gegebenenfalls selbstverständlich zu unterstützen. Je länger ältere Menschen ihre Unabhängigkeit und Fitness bewahren, desto besser. Daher ist es wichtig, dass wir ihnen bei einfachen Tätigkeiten nicht gleich helfen, sondern ihre Initiative nur bei Bedarf unterstützen.

Zahnärztliche Versorgung für pflegebedürftige Menschen: Umsetzung

Die Zahnpflege für pflegebedürftige Menschen ist ein besonders wichtiger Aspekt, um die Mundhöhle von Senioren in Schuss zu halten. Das erste, woran wir denken sollten, sind die Kontrollen. Eine ältere Person, die von ihrem Pfleger oder Verwandten betreut wird, muss sich regelmäßigen Untersuchungen unterziehen. Auch Menschen, die Zahnersatz tragen, sind gefährdet, an Mundkrebs zu erkranken. Frühzeitig erkannte entzündliche Veränderungen sind in der Regel vollständig behandelbar. Andererseits kann eine vernachlässigte Entzündung zu ernsthaften Komplikationen führen, die sich auf die Funktion des gesamten Organismus auswirken. Beim Zahnarztbesuch sollten wir bitten, die Schleimhäute und den Zustand der Zunge zu überprüfen.

Ein weiteres wichtiges Thema bei älteren Menschen ist die professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis. Experten empfehlen, bei Senioren, die einen Schlaganfall erlitten haben, diese je drei Monate durchzuführen. Zu Hause werden wir nicht so gute Ergebnisse erzielen wie beim Zahnarzt – professionelle Geräte und Reinigungsmethoden ermöglichen es uns, Steine und Sand zu entfernen und die Ansammlung schädlicher Bakterien im Mund zu verhindern. Eine regelmäßige professionelle Reinigung ist der einfachste Weg, um Komplikationen und Entzündungen zu vermeiden.

Ältere Menschen, die nicht selbstständig und pflegebedürftig sind, benötigen eine besondere Herangehensweise von Zahnärzten. Daher lohnt es sich, Zahnärzte mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Senioren zu wählen, die einfühlsam und flexibel in ihrer Herangehensweise sind. Für pflegebedürftige ältere Menschen kann sich ein Eingriff von außen in die Mundhöhle als Ausstieg aus der Komfortzone erweisen. In manchen Fällen kann es auch vorkommen, dass ältere Menschen nicht alleine zur zahnärztlichen Kontrolle erscheinen können. Leider passieren solche Situationen ziemlich oft, daher lohnt es sich, dass der Zahnarzt, dessen Hilfe wir in Anspruch nehmen möchten, zu seinen Patienten kommen kann. Beständigkeit ist bei Senioren von großer Bedeutung. Es ist besser, wenn die Zähne eines Patienten jeden Monat von dem gleichen Zahnarzt über einen längeren Zeitraum gepflegt werden als jeden Monat von einem anderen.

Hilfsmittel zur Mund- und Zahnpflege

Hilfsmittel und Zubehör sind in der Mundpflege älterer Menschen von großer Bedeutung. Das Basiszubehör ist natürlich eine Zahnbürste. Wir sollten auf die Art und Einstellung der Borsten, die Struktur des Griffs, die Fähigkeit, ihn von einer älteren Person selbstständig zu verwenden, sowie auf seine Fähigkeit zum Ausspülen des Mundes achten. Patienten mit eingeschränkter Mobilität sollten weiche Bürsten verwenden, um Schäden an der Schleimhaut zu vermeiden. Auf dem Markt sind spezielle Zahnbürsten mit unterschiedlich geneigten Borsten erhältlich, die eine effiziente Reinigung der Kau-, Wangen-, Gaumen- oder Lingualflächen ermöglichen. Solche Lösungen verkürzen die Zeit dieser Tätigkeit erheblich, was bei nicht kooperierenden Personen, sie relativ schnell durchgeführt werden sollte, was äußerst wichtig ist. Ein weiteres bemerkenswertes Zubehör sind elektrische Zahnbürsten.

Sie sind besonders für Personen mit eingeschränkter Mobilität zu empfehlen, weil sie unabhängig von manuellen Fähigkeiten eine gute Reinigungstechnik bieten. Bei Patienten, die Probleme beim Spülen oder Ausspucken haben, kann auch eine Bürste mit Saugsystem eine gute Alternative sein. Dies gilt insbesondere für behinderte und chronisch kranke Patienten, die im Bett liegen oder stationär behandelt werden. Dadurch ist es möglich, die Zähne zu reinigen, während man sie ausspült und Flüssigkeiten aus dem Mund absaugt. All dies dank eines speziell eingebauten Systems. Zahnseide ist perfekt für die Reinigung der Zahnzwischenräume, was nicht vergessen werden sollte. Sie funktioniert jedoch in erster Linie für selbstständige Personen, bei behinderten oder liegenden Personen kann ein Fadenhalter erforderlich sein. Eine weitere nützliche Sache wird eine Abdeckung für die Pflegekraft sein.

Patienten sind manchmal nicht in der Lage, den Mund offen zu halten, insbesondere über längere Zeiträume. In solchen Fällen wird empfohlen, eine Plastikabdeckung auf den Finger der Person zu legen, die den Zahnputzvorgang durchführt. Die Verwendung dieser Art von Einrichtung verhindert eine versehentliche Beschädigung des Gewebes des Patienten oder des Pflegepersonals bei einem unerwarteten Versuch, den Mund durch eine ältere Person zu schließen. Menschen mit erhöhtem Kariesrisiko wird die Verwendung von Zahnpasta mit erhöhtem Fluoridgehalt und die Verwendung von Spülungen empfohlen. Bei Patienten, die Probleme beim Spülen und Ausspucken haben, ist eine entsprechend kleine Menge Paste empfehlenswert. In diesen Fällen kann als Alternative zu Spülungen ein Gel oder ein Spray dienen.

Autor des Artikels
Lucyna Okroj

Absolventin der Germanistik und Pädagogik an der Universität Danzig. Ihr Abenteuer bei der Firma Konik begann 2014. Seit 2016 leitet sie das Büro des Unternehmens in Mannheim. Zu ihren Aufgaben gehören organisatorische und administrative Tätigkeiten im Unternehmen. Darüber hinaus ist sie für den Kontakt mit den Kunden und Geschäftspartnern zuständig

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